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  Umsiedlung Bessarabien (2)   Umsiedlung

 

 

     Umsiedlung Bessarabien (1)

 

Das Schicksal der 93.000 Bessarabiendeutschen im damaligen Rumänien war politisch schon 1939 entschieden, ohne das die Betroffenen etwas davon ahnten. Nach der sowjetischen Besetzung Bessarabiens 1940 ließen sie alles zurück und siedelten ins Deutsche Reich um.

 

Räderwerk Weltpolitik

 

Sowjetische Besetzung

 

Umsiedlungsvorbereitungen

 

1000 km südöstlich von Deutschland

  Rückkehr 1940 aus Bessarabien

 

 

Räderwerk Weltpolitik 

 

Im August 1939 schlossen die Großmächte Deutschland und Sowjetunion den deutsch-sowjetischen Nichtangriffsvertrag (Hitler-Stalin-Pakt) ab.  Ein geheimes Zusatzprotokoll über die lnteressenssphären der Vertragspartner ordnete schon bald die osteuropäische Staatenlandschaft vollkommen neu. Im Geheim- protokoll erklärte die Sowjetunion ihr Interesse an Bessarabien. Sie konnte nicht verwinden, dass der vom zaristischen Russland seit 1812 kolonisierte Landstrich 1918 an Rumänien verloren ging. Deutschland bekannte sein völliges politisches Desinteresse an Bessarabien und stimmte so einer späteren sowjetischen Besetzung zu. Deutsche Siedler, die 125 Jahre lang friedlich in der Fremde lebten, gerieten über Nacht und ohne ihr Wissen ins Räderwerk der Weltpolitik.

 

Vorahnungen einer sich anbahnenden Umsiedlung gab es schon im Oktober 1939. Hitler verkündete, dass er mit „nichthaltbaren Splittern deutschen Volkstums“ im Osten Europas umfassende Bevölkerungsbewegungen plane. Er brauchte Menschenmaterial, um das eroberte Polen zu besiedeln und auch, um weiter Krieg zu führen. Als 1939/40 die Rücksiedlung der Wolhynien-, Galizien-, und Baltendeutschen unter dem Tenor „Heim ins Reich“ erfolgte, gab es unter den Bessarabiendeutschen erste Gerüchte, die sich ein halbes Jahr später bestätigten.

 

 Sowjetische Besetzung 

Am 28. Juni 1940 besetzte die sowjetische Rote Armee überraschend das Territorium Bessarabiens. Rumänien bekam zuvor ein 48-stündiges Ultimatum zur Abtretung gestellt, dem es kampflos nachkam. Beistandsbitten der rumänischen Regierung an das befreundete Deutschland blieben erfolglos. Hitler hatte ja ein Jahr zuvor im Hitler-Stalin-Pakt diese Region insgeheim der Sowjetunion zugestanden. Hitler billigte sogar die Besetzung, verlangte aber die Umsiedlung der dort lebenden deutschstämmigen Bevölkerung ins Deutsche Reich. Am 5. September 1940 schlossen die Sowjetunion und das Deutsche Reich in Moskau einen Umsiedlungsvertrag. Er ermöglichte allen Bessarabiendeutschen die Rückkehr nach Deutschland. Jeder Bewohner ab 14 Jahre konnte die Entscheidung darüber selbst treffen.

Mit der Anwesenheit sowjetischer Truppen Ende Juni 1940 hatten sich in Bessarabien bestürzende Veränderungen ergeben. Jeder Bauer hatte ein Erntesoll abliefern, Schulen wurden geschlossen, Krankenhäuser und Apotheken beschlagnahmt, Banken und Industrieunternehmen enteignet. Obwohl die Besatzer den Deutschen keine Gewalt antaten, herrschte unter ihnen Angst. Man befürchtete die baldige  Deportation nach Sibirien. Schlimmes ließen auch die nächtlichen Verhaftungen von Gutsbesitzern und Angehörigen anderer Volksgruppen in Bessarabien erahnen. Nahezu geschlossen entschied sich im September 1940 die 93.000 Personen umfassende deutsche Volksgruppe zur Umsiedelung, nur etwa 2.000 Deutsche blieben (meist wegen Ehepartnern anderer Volkszugehörigkeit) zurück.  Diesen Rückzug aus 125 alten Siedlungsgebieten deutscher Ostsiedler feierte die NS-Propaganda als „Heimkehr ins Reich“

Gründe der deutschstämmigen Bevölkerung, in die Umsiedlung einzuwilligen, sie sogar als Rettungsmaßnahme anzusehen, waren:

   

 

Furcht vor Rechtlosigkeit (Deportation)

 
  Aufgabe des eigenen Bodens (Zwangskollektivierung)  
  Ende des deutschen kulturellen und kirchlichen Lebens  
  Einsetzende Verarmung in Bessarabien  
  Hoffnung auf materiell bessere Lage im Deutschen Reich  
  Völkische Pflicht zur Rückkehr ins Mutterland  
   

 

 

 

 

 Umsiedlungsvorbereitungen 

 

Wenige Tage nach Schließung des Umsiedlungsvertrages traf am 15. September 1940 das 600 Personen umfassende deutsche Umsiedlungskommando in Bessarabien ein. Es bestand überwiegend aus SS-Militärangehörigen. Die Anreise erfolgte per Schiff auf der Donau ab Wien bis zu den rumänisch/russischen Donauhäfen Reni und Galatz. Die restlichen 150 km wurden mit der Eisenbahn oder Kraftfahrzeugen zurückgelegt.

 

Umsiedlungskommission in Hoffnungstal

  Umsiedlungswillige Bessarabiendeutsche bei der Registrierung 

 

In allen deutschen Dörfern Bessarabiens verkündeten ab 15. September 1940 Aufrufe in deutscher und russischer Sprache, dass innerhalb von zwei Monaten die deutschstämmige Bevölkerung frei und ungehindert auf deutschen Boden ausreisen kann. Dazu trafen die deutschen Siedler emsige Vorkehrungen. Aus Kirchenbüchern bekamen die Dorfbewohner ihre deutsche Vorfahren attestiert. Pastorenämter stellten bei ausgehendem Papier ununterbrochen Geburtsurkunden aus.

 

                                 Umsiedlung Bessarabien (2)